Focke Wulf 44 Stieglitz

Focke Wulf 44 Stieglitz

Gerd Achgelis wurde 1934 in den USA Kunstflugweltmeister auf
dem Stieglitz.
Eine ungewöhnliche Leistung für ein relativ schwach motorisiertes
Schulflugzeug.
Es verdeutlicht die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit dieses Flugzeugtyps. Später
hat Kurt Tank für seinen Arbeitgeber Focke-Wulf auch Muster wie die legendäre
FW190 konstruiert. Der Stieglitz versteckt seinen Motor nicht schamvoll hinter
einer Cowling (damals sagte man noch "Motorhaube"), sondern zeigt die 7
Zylinder seines Siemens-Halske SH14-Sternmotors jedem Betrachter genauso stolz
wie dem Piloten, der sich beim Steig- und Reiseflug an der Arbeit der
Ventil-Kipphebel erfreuen kann. Mit seinen vier Querrudern dreht der Stieglitz
deutlich munterer als unsere eher gemütliche Tiger Moth DH82.
Und das Schönste: mit seinen Leistungsdaten lässt er nicht nur die Motte,
sondern sogar den damaligen US-Wettbewerber Boeing Stearman in fast allen
Punkten ziemlich alt aussehen.

Auch wenn der Stieglitz zahlenmäßig weit hinter der Jungmann
zurückblieb, so wurden doch mehr als 1.900 Exemplare für die Luftwaffe und
zahlreiche Exportkunden von Finnland bis Chile gebaut.
Neben der deutschen Produktion wurde der Stieglitz auch in Brasilien,
Argentinien und Schweden in Lizenz gebaut.
Weltweit fliegen heute kaum mehr als ein Dutzend Stieglitze, somit eine
wirkliche Rarität.

Technische Daten:
Spannweite: 9,00 m
Länge: 7,30 m
Höhe: 2,80 m
Flügelfläche: 20,0 m²
Leermasse: 580 kg
maximale Startmasse: 900 kg

Triebwerk: Siemens-Halske Sh14A4, 7 Zylinder Sternmotor mit
160PS
Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
Reisegeschwindigkeit: 172 km/h
Dienstgipfelhöhe: 3900 m
Reichweite: 550 km
Baujahr: 1940
Werknummer: 663

Von 2005 bis 2008 wurde unser Stieglitz sehr aufwändig überholt. Das Ergebnis
kann sich sehen lassen. Als Lackierung wurde die in den 40er Jahren genutzte
Ausführung der Flugzeugführerschule AB 71 in Proßnitz/ Mähren gewählt.